A-Wurf: 2. Woche

In der 2. Woche tut sich anfangs auf den ersten Blick immer noch nicht viel – aber wenn man genauer hinguckt, dann sieht man, dass die Bewegungen und auch die Mimik der Welpen „hundlicher“ wirkt. Plötzlich pendeln die Köpfchen nicht mehr nur seitlich, sondern sie werden angehoben. Die Suche nach den Zitzen wird immer zielstrebiger.

Die Gesichter verändern sich, insbesondere die Augenpartie sieht anders aus. Die Augen sind zwar immer noch fest geschlossen, aber man ahnt schon, dass sie sich bald öffnen könnten – die Lider liegen nur noch ganz leicht auf, die haben quasi Platz, um sic zu bewegen. Die Mimik der Kleinen wird lebhafter.

Und am 10. Tag kommt die ganz große Änderung: Die Augen öffnen sich! Arusha ist die erste, bei der morgens schon an der Innenseite der Äuglein etwas blitzt. Bis zum Abend sind ihre Augen schon fast ganz offen. Amargosa öffnet die Augen kurz nach ihrer Schwester, und abends haben auch Atacama und Amboseli die Äuglein offen. In den folgenden Tagen lernen sie zu Sehen, denn das Gehirn muss wirklich erst lernen, aus den Eindrücken, die die Augen liefern, Bilder zu machen.

2006-09-13_augen-auf

Zeitgleich beginnen die Welpen, sich mit den Vorderbeinen hoch zu stemmen, manchmal sieht es schon wirklich wie Sitzen aus, was sie da schaffen. Und kurze Zeit später können sie dann auch die Hinterbeine besser nutzen. Sie schaffen es, auf allen 4 Beinen einige wenige Schritte vorwärts zu wackeln, bis sie dann wieder umfallen.

Die Koordination der vielen neuen Fähigkeiten ist noch gar nicht so einfach, und wenn sie es eilig haben (auf dem Weg zur Milchbar, z.B.), dann robben sie immer noch, anstatt zu laufen. Aber es ist deutlich zu sehen, wie sie ihre Körperchen jeden Tag besser und sicherer bewegen, sie werden immer „hundlicher“.

2006-09-15_hallo

Am 13. Tag sind deutlich erste Interaktionen zwischen den Welpen und zwischen den Welpen und der Mama zu sehen, die über reine Nahrungsaufnahme hinausgehen: Erste Kontaktaufnahmen („wer bist du denn?“) zwischen den Schwestern, artiges Still-Liegen der Kleinen, während Mama die Welpen wäscht, Geruchskontrollen der Zwerge untereinander, bei Mama und bei uns.

Das Kontaktliegen scheint inzwischen nicht mehr nur um der Wärme willen statt zu finden, sondern wegen der sozialen Kontakte. Auch werden dabei am Ende der 2. Woche schon gezielt Köpfchen auf die Schwester gelegt – wegen der Bequemlichkeit? Damit hier kein falscher Eindruck entsteht: das Schlafen ist bislang noch immer Hauptbeschäftigung der Welpen (während des Schlafens wächst es sich am besten!), die Aktivitätsphasen dauern neben dem Saugen immer nur wenige Augenblicke (was auch erklärt, warum es immer noch überwiegend Schlaffotos von den Babys gibt).

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In der 2. Lebenswoche der Welpen ist für uns Züchter noch nicht ganz viel zu tun, bislang kümmert sich Cally noch rundum um die Welpen. Für uns bleibt wie bisher das Wechseln und Waschen der Wurfkisteneinlagen (die Vetbeds haben sich bestens bewährt) und die Versorgung der jungen Mutter mit bestem Futter. Und zur Schonung des mütterlichen Gesäuges haben wir am 12. Tag dann das erste Mal bei den Welpen die Krällchen geschnitten – noch halten die Zwerge dankenswerterweise brav still (wer schläft, macht wenig Unfug), was das Schneiden an den winzigen Krallen ein bißchen einfacher macht. Schließlich handelt es sich hier um Millimeterarbeit…

Cally rennt mittlerweile nicht mehr beim kleinsten Quietschen zu ihren Kindern, sondern lässt sie durchaus jetzt schon eine gewisse Frustrationstoleranz aufbauen – die unglaubliche Fürsorglichkeit der ersten Tage, in denen sie die Wurfkiste fast gar nicht verlassen hat, ist mittlerweile einer gewissen Gelassenheit gewichen. Wo wir ihr anfangs Futter und Wasser im Wochenbett serviert haben, weil sie sonst nicht gefressen und getrunken hätte, läuft sie mittlerweile sogar schon wieder bei den täglichen Spaziergänge mit (die zeitlich natürlich von mir auf die Welpen abgestimmt werden – wir gehen erst dann los, wenn die Kinder satt und zufrieden eingeschlafen sind – und auch noch nicht sehr lang sind).