Dramen in Kamen

Normalerweise  beginnt ein Agi-Turnier so (grob vereinfacht):

aus Teilnehmersicht:  früh aufstehen, Anfahrt, Parken, Ausladen, Zeltaufbau, Hunde holen, Kaffee und Brötchen holen, Meldestelle, irgendwann der erste Start …
aus Veranstaltersicht:  früh aufstehen, Anfahrt, Kaffee kochen, Brötchen schmieren, ankommenden Teilnehmern Parkplätze zuweisen, Meldestelle öffnen, …
aus Richtersicht:  früh aufstehen, Anfahrt, …

tja, normalerweise…

beim „Mensch und Hund Kamen“ war das dieses Jahr geringfügig anders … es trat ein, was der Alptraum eines  jeden Veranstalters ist…

MASSIVER STROMAUSFALL

KEIN PC , KEIN DRUCKER, und KEIN KAFFEE !

Die Kamener konnte das zunächst nicht aus der Bahn werfen, es galt den Fehler zu finden, was sich dann aber doch wohl als schwierig gestaltete.

Was tut man, nachdem klar ist, dass es nicht nur an der herausgesprungenen Sicherung liegt ?
Man ruft den Notdienst, meldet die Störung bei den RWE und … betet.

Das Beten zeigt auch Wirkung, die Richterin hatte im Wohnmobil ein Notstromaggregat dabei (damit kommt schon mal die Meldestelle in Fahrt) und gleichzeitig mit dem Eintreffen des rasanten Notdienstes ist auch der Strom wieder da.

Das Gebet war kostenlos, der Notdienst nicht. Der Hobbyrennfahrer möchte in allerbester Schlüsseldienstmanier für die Anfahrt 250,- (in Worten zweinhundertfünfzig) Euro (keine Drachmen)  bar kassieren.
(Angeblich war er dann auch mit 150,- Euro zufrieden, mehr Bargeld ließ sich nicht auftreiben.)

Der verhinderte Amateurrennfahrer soll dann aber noch bei der Ausfahrt aus der Boxengasse in einen Reifenstapel gefahren sein (in Wirklichkeit leider das Heck des Wohnmobils der Richterin).  Natürlich ohne das Eintreffen des Safetycar (die alarmierte Polizei) abzuwarten (nennt man gemeinhin „Fahrerflucht“). Besonders Pech für ihn, dass weit und breit zwar keine Menschenseele auf den Weg zu sehen war, der Gemahl der Leistungsrichterin sich aber unerkannterweise noch in dem Wohnmobil befand und sehr sachdienliche Hinweise zum Tathergang machen konnte (@Uwe:  ich hoffe das Schädel- Hirn-Trauma (oder war es doch ein Schleuder-Trauma) ist nicht zu schlimm ausgefallen).

Tja, damit war die Sachen mit dem Strom aber noch nicht ausgestanden …

Denn es ging weiter nach der Devise „jetzt zahl ich, jetzt zahl ich nicht“. Die Konsequenz: auf Lautsprecherdurchsagen wurde dann komplett verzichtet. Und siehe da, alle zogen mit und passten doppelt gut auf, es klappte vorzüglich. Noch nie war ein Parcours so schnell leer, wenn ein zartes Stimmlein rief, die fünf Minuten für die Begehung seien um. Die komplette Siegerehrung ging auch ohne Mikrofon. Wahnsinn !
(nur gut, dass der Hundeplatz idyllisch am Waldrand lag und nicht neben einer Autobahn. Das lauteste Geräusch waren die in Massen auf die Zelte prasselnden Eicheln.)

kurzes Fazit:
so spannend war selten ein Turnier !

3 Gedanken zu „Dramen in Kamen

  1. Angela

    das war ja Überlebenstraining (für den Richtergatten) und Abenteuer (für alle Teilnehmer) pur. Saulustig…natürlich nur für die, die nicht unmittalbar betroffen waren…wie immer 😉
    Liebe Grüße
    Angela

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