nav-pyreneen-logo Berger des Pyrenees

Wie der Name bereits sagt, stammt die Rasse aus den französischen Pyrenäen. Vor ca. 20-30 Jahren haben einige Liebhaber die Rasse dort „entdeckt“, nach Deutschland geholt und hier eine Zucht etabliert. All diesen hier einen ganz herzlichen Dank, sonst hätten wir unsere Hunde nicht.

Der Pyri ist ein relativ kleiner und sehr leichter Hund, der aber vor Temperament nur so sprüht. Wer keinen Pyri kennt, der weiß nicht wirklich, was lebhafte Hunde sind!

Der Ursprung des Berger des Pyrenees

Um den Pyri zu verstehen, sollte man wissen, zu welchem Verwendungszweck sie ursprünglich gezüchtet wurden: es waren Arbeitshunde, die vom frühen Morgen bis zum späten Abend im Hochgebirge sehr selbstständig das Vieh gehütet haben.

Sie mussten schnell sein, um schneller als die Schafe zu sein (und Schafe sind sehr schnell ! ). Sie mußten selbstbewusst sein, um sich gegenüber eigensinnigen Schafböcken und widerspenstigen Kühen durchsetzen zu können.

Sie mussten springen und klettern können, um leicht an gute Aussichtspunkte zu gelangen, von denen aus sie das Vieh und die Weide überblicken konnten. Sie mussten ausdauernd sein, um den ganzen Tag aktiv zu sein und das Vieh auch bis zum weit entfernten Markt zu treiben.

Sie mussten verträglich gegenüber Artgenossen sein, denn der Einsatz von mehr als einem Hund an der Herde war durchaus üblich. Sie mussten bellen, um sich zum einen dem Vieh gegenüber durchzusetzen, zum anderen um in gefährlichen Situationen den großen Pyrenäen-Berghund und den Schäfer zu alarmieren.

Sie mussten hellwach sein und ihre Augen immer überall haben, um rechtzeitig zu sehen, wo sich ein Schaf zu weit von der Herde entfernt oder sich in gefährliche Situationen begibt.
Sie mussten gleichwohl sehr vorsichtig sein in ungewohnten Situationen – denn wenn Bären oder Wölfe auftauchen, haben diese kleinen, leichten Hunde keine Chancen im offenen Kampf.

Sie mussten Freude an der Arbeit haben und ihrem Menschen helfen wollen, um wirklich nützlich zu sein. Und sie mussten natürlich viel Hüteinstinkt mitbringen, denn nur ein Hund, der von sich aus die Herde zusammentreibt, ist für die Arbeit am Vieh zu gebrauchen.

All dies war Jahrhunderte lang wichtigstes Selektionskriterium bei der Zucht. Das Aussehen spielte nur in sofern eine Rolle, als das der Hund wetterfest sein musste. Und die wenigen Jahre, die Pyrenäen-Hütehunde außerhalb der Arbeitsverwendung gezüchtet werden, haben an diesen Eigenschaften (zum Glück!) nicht viel geändert.

Das Wesen des Pyrenäen-Hütehundes

Alle Eigenschaften, die den Pyrenäen-Hütehund als Hütehund so wertvoll machen, sind bis heute erhalten. Es sind quicklebendige Hunde, die vor Arbeitseifer fast platzen. Sie sind hellwach und in Sekundenbruchteilen auf den Beinen, sobald es auch nur annähernd nach Aktivität riecht.

Sie brauchen reichlich Bewegung und noch dringender eine sinnvolle Aufgabe und vor allem ständige geistige Herausforderung. Mit drei Stunden Spazieren gehen lastet man diese Hunde nicht aus, eine Stunde Unterordnung oder zwei mal täglich eine Viertelstunde Kunststückchen üben fordert das Hundehirn da schon mehr.

Sie sind sehr menschenbezogen – auf ihren Menschen !  Innerhalb der Familie ist der Pyri sehr freundlich und anhänglich, das bezieht enge Freunde der Familie selbstverständlich mit ein. Auf fremde Menschen reagieren Pyris sehr unterschiedlich. Etwa 50 % dieser Hunde sind Fremden gegenüber sehr zurückhaltend und lassen sich auch nicht ohne Weiteres anfassen.

Die anderen 50 % zeigen dieses rassetypische Misstrauen fremden Menschen gegenüber nicht und zeigen sich jedem Menschen äußerst charmant. Aber auch diese freundlichen Vertreter sind keine Allerweltshunde – unsere Auri verweigert fremden Menschen teilweise jeglichen Gehorsam und ignoriert sie vollständig, sobald sie den Eindruck hat, ich hätte eine interessante Aufgabe für sie.

Aber fast jeder Pyri zeigt in unbekannten Situationen eine typische Zurückhaltung. Auseinandersetzungen gehen sie aus dem Weg – wenn man sie lässt. Gleichwohl sind Pyris keine ängstlichen Hunde – gute Hütehunde müssen nervenstark sein, wenn sie im Arbeitseinsatz taugen sollen. Und wenn Hunde mit einer Schulterhöhe von ca. 45 cm und einem Gewicht von nur 10 kg sich gegenüber Schafen durchsetzen sollen, die 20 cm größer und 50 kg schwerer sind, dann müssen sie eher größenwahnsinnig als ängstlich sein.

Der Hüteinstinkt hat auch für den Familienhund seine guten Seiten: es ist recht problemlos möglich, Pyris komplett vom Jagen abzuhalten. Aber er kann auch Schattenseiten zeigen. Sei es, das die Familie beim Spaziergang zusammengetrieben wird, sei es, das bei der Radtour das Fahrrad gehütet wird oder das der Hund ungefragt anderer Menschen Weidevieh hütet. Dem muss man als Hundehalter natürlich entgegenwirken, am sinnvollsten, indem man seinem Hund eine andere, fordernde Aufgabe gibt.

Dabei ist seitens des Menschen Phantasie gefragt, denn ein stupides bei-Fuß-gehen wird kein Pyri als ernst zu nehmende Aufgabe ansehen, wenn es nebenan etwas zum Hüten gibt.

Das Aussehen des Pyrenäen-Schäferhundes

Der Pyrenäen-Schäferhund ist ungefähr 40 bis 46 cm groß und wiegt dabei lediglich 9-11 kg. Das Gesicht wirkt nahezu schelmisch, mit funkelnden Augen, die jede Bewegung registrieren.

Die geringe Körpergröße wird durch reichlich Fell wieder wettgemacht – es gibt den Pyri in verschiedenen Fellvarianten von Langhaarig bis Zotthaarig. Dazu kommt eine breite Farbpalette, die von hellblond über braun und grau sowie harlekin bis hin zu schwarz reicht. Weiße Söckchen und weiße Brustflecken treten gelegentlich auf.

Und vor allem sind die Pyrenäen-Hütehunde sehr einfallsreich, was die Farbentwicklung im Laufe eines Hundelebens angeht! Die Farben, die man beim jungen Welpen sieht, entsprechen kaum derjenigen des erwachsenen Hundes. Und auch im fortgeschrittenen Alter kann die Farbe sich noch mehrfach ändern. Natürlich wird aus einem hellblonden Hund kein schwarzer werden, aber welche Nuance die Farbe letztlich zeigen wird, ist kaum vorhersagbar.

Zudem gibt es kaum 2 Pyris, die farblich wirklich gleich sind – wer sich für einen Pyri entscheidet, der bekommt auf jeden Fall einen sehr individuellen Hund, der farblich durchaus für mehrfache Überraschungen sorgen kann.

Der Berger ist auch hinsichtlich der Fellmenge sehr variabel. Es gibt den Pyri zum einen als Museau normal oder „Langhaar“. Die langen Gesichtshaare sollen dabei „im Windstoß“ liegen und die Augen freilassen, bei manchen Hunden sind zudem direkt um den Nasenspiegel die Haar etwas kürzer. Am Körper sind diese Hunde entweder sehr langhaarig mit dichter Unterwolle, die dann an Rücken, Flanken und Hinterbeinen Zotten bilden kann. Oder sie haben eine weniger dichte Unterwolle, die kaum zum Verzotten neigt, diese Hunde haben dann oft auch an den Pfoten etwas weniger Fell.

Die andere Zuchtrichtung ist der Face rase oder „Kurzhaar“, der Pyrenäen-Hütehund mit dem kurzhaarigen Gesicht. Diese Hunde haben auch am Körper deutlich weniger Fell als der Museau Normal, gleichwohl sind sie keine Kurzhaar-Hunde.