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Berger des Pyrenees – Pyrenäen Hütehunde – wilde Kehrle - pfiffige Hunde für aktive Menschen


Hütetest

Wer Hütehunde züchtet, sollte dabei einen wichtigen Gesichtspunkt nicht aus den Augen verlieren: die Hunde brauchen Hüteinstinkt, um in ihrer ursprünglichen Aufgabe – der Arbeit an der Herde – tauglich zu sein.

Vieles kann man dem Hund im Rahmen einer Hüteausbildung beibringen, manches muss er in sich drin haben, nämlich die “Idee”, das der Hund was mit den Schafen tun soll.

Beim Hütetest wird nun geprüft, ob der Hund die grundlegenden Verhaltenweisen instinktiv und spontan zeigt.

Er soll:

  • Interesse an den Schafen, zunächst vielleicht Respekt, aber keine Furcht haben
  • die Schafe möglichst gut zusammenhalten
  • abgetrennte Tiere wieder zur Herde zurücktreiben
  • auf Kommando von den Schafen ablassen
  • idealerweise, wenn die Schafe zusammen sind und stillstehen, von alleine von den Schafen ablassen

Er darf keinesfalls:

  • Jagdverhalten zeigen
  • Ungehorsam gegenüber Frauchen/Herrchen zeigen, wenn die ihn von den Schafen abrufen

Gehorsam muss sein, auch wenn dahinten Schafe sind

Zunächst wird geprüft, ob der Hund ausreichend auf sein Frauchen/Herrchen hört. Es wird gecheckt, ob der Hund abliegen kann und kommt wenn Frauchen/Herrchen rufen, also der Grundgehorsam vorhanden ist.

Es wäre nämlich den Schafen gegenüber nicht nett, ihnen einen unerzogenen Hund auf den Pelz zu hetzen, der nicht hört. Vor allem wenn der Hund womöglich Flausen im Kopf hat und gerne immer weiter mit den Schafen toben möchte, obwohl er längst abgerufen wurde. Wenn das nicht gegeben ist wird der Hund nicht zum eigentlichen Test zugelassen und Frauchen/Herrchen höflich informiert, warum der Grundgehorsam denn so wichtig ist.

Beim Test befinden sich Schafe in einem abgezäunten runden Bereich einer Schafkoppel oder Wiese mit einem Durchmesser von ca. 15 Metern.

Hundeführer und Hund gehen hinein, die Schafe beäugen sie misstrauisch

die beliebte Wagenburgtaktik !  Motto: lasst mich in die Mitte

und wenden häufig die beliebte Wagenburgtaktik an, indem sie die Köpfe zusammenstecken und nur die Hintern nach außen zeigen lassen. Das Verhalten hängt aber auch sehr von der Schafrasse ab.

Der Hund wird abgeleint und der Hundeführer muss den Hund auffordern etwas zu machen. Aber häufig muss Frauchen/Herrchen erst mal Bewegung in die Schafherde bringen, denn der Hund soll ja eigentlich nichts unternehmen, solange die Schafe brav beisammen sind.

Und dann heißt es beobachten, was der Hund macht. Manchmal geht es sehr schnell und der Hund zeigt sofort alle gewünschten Verhaltensweisen, manchmal sind die Hunde etwas zurückhaltend und bedürfen der Aufmunterung durch den Hundeführer.
Unsere Beobachtung bei nunmehr drei Hütetests zeigt, dass sehr viel auch von den Begleitumständen abhängt. Wichtig ist, dass die Hunde ungestört “hüten” können und Herrchen beispielsweise nicht direkt am Zaun steht, wenn der Hund mit Frauchen bei den Schafen ist.
Weiter ist bestimmt von Bedeutung, dass der Hund bereits mit der Umgebung vertraut ist. Beim ersten Test unserer Auri waren wir einer der ersten Starter und erst kurz vor der Prüfung angekommen. Auri musste die zahlreichen fremden Hunde begutachten, Unmengen von Menschen begrüßen, die Umgebung inspizieren, …  Resultat: es klappte nichts.
Beim zweiten Test waren wir so ziemlich die letzten Starter, der Hund war dann mit der Umgebung vertraut, strahlte ein ungeheures Selbstvertrauen aus und zeigte sofort alle gewünschten Verhaltensweisen.  Zwischen den beiden Tests lag gerade mal ein Monat.

Zur Beruhigung, den Schafen geschieht nichts !
Sie sind es alltäglich gewohnt, von Hunden gehütet zu werden. Von unerfahrenen Hunde umhopst zu werden, mag zwar kurzfristigen Stress für sie bedeuten, nach ein paar Hunden werden sie aber immer wieder gegen frische Schafe ausgewechselt.

©  Wiebke Simson